Wie die Nähliebe entstand

Ich hab Euch hier darüber berichtet, dass ich seit ner guten Weile nähe. Bevor ich Euch meine Werke präsentiere, will ich erzählen, wie es dazu kam.

Der Prozess begann schleichend. Ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell ich an der Nadel hing! Erst flickte ich mit billigem Garn und Nadel dürftig die Löcher in den Kinderkleidungen. Gern im Kniebereich der Kinderhosen oder an den Ellenbogen der Kindershirts oder an den Nähten des Zwickels von den Unterhosen der Mädels.

Das ging eine Zeit gut, doch dann löste sich die Naht an einem Kleidungsstück oder die Jeans franste so sehr aus, dass ich sie umnähen musste. All das tat ich mit der Hand, aber erstens hielten die Nähte den ersten Waschmaschinengang nicht aus und es sah grauselig aus, obwohl ich sauber gearbeitet hatte.

Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich an ein altes Maschinchen erinnerte, die ich in Kindertagen doch auch benutzt hatte. Meine Mama hat mich von klein auf schon an den Umgang mit Nadel und Faden sowie mit der Nähmaschine herangeführt, Schnittmuster ausschneiden, Nahtzugaben umbügeln und feststecken etc. Aber das ist so lange her, dass ich es im Hinterstübchen meines Gedächtnisses vergraben hatte.

Zunächst verbrachte ich Wochen damit, Videos über das Nähen anzusehen, bis ich mich an jede noch so Kleinigkeit wieder erinnern konnte, die ich schon mal gelernt hatte. Eines Tages war es dann so weit: Ich ging in den Keller und holte meine antike Bernette zurück ins Leben. Unter fachkundiger Anleitung nahm ich mein Maschinchen auseinander, säuberte und ölte sie und setzte sie wieder zusammen. Der beste Weg, um seine technische Gefährtin kennenzulernen!

Das ist sie …

Nähliebe_Bernette

Foto: Meine Bernie / (c) Der grüne Mami Blog

Dann begannen die Trockenübungen. Zuerst gab es für Bernie einen Satz neue Nähnadeln und qualitativ hochwertigen Garn. Mann, was für ein Unterschied! Die Nadel flog geradezu über den Stoff. Ich probierte alle Sticharten, verschiedene Stoffe mit entsprechendem Nadelwechseln durch und übte.

Das setzte Endorphine frei, die ich bisher nur vom Laufen, dem berüchtigten „Runners-High“, kannte. Doch dann kamen Tage, da wollte Bernie einfach nicht. Die Nähnadel brach ab, der Faden riß im gefühlten fünf Sekundentakt und überhaupt hatte Bernie an solchen Tagen ganz miese Laune. Die Flüche, die über meine Lippen kamen, möchte ich hier nicht wiedergeben 😉 Doch nach ein paar Einstellungsänderungen, dem Einsetzen einer neuen Nähnadel und ein paar Tropfen Öl beruhigte sie sich wieder und surrte zufrieden vor sich hin.

Einfach ist es wirklich nicht mit ihr, aber ohne sie kann ich auch nicht mehr ❤

Es gibt ja allerhand Suchtarten: nach Schoki, nach Serien oder Schlimmeres, aber dass ich jemals in meinem Leben Stoffen nicht widerstehen könnte, hätte ich nicht für möglich gehalten. Geschweige denn von den sogenannten Kurzwaren, wie z. B. Reißverschlüssen, Bügelvlies, Druckknöpfen, Borten, Spitzen, Webbänder usw. usf. Das glaubt mir im Leben keiner, der nicht selbst so etwas schon mal erfahren hat! Allein der Gang in solch Geschäfte ist ein graus – für meinen Geldbeutel 😉 Und ich dachte, Wollgeschäfte wären fies, pah!

Glücklicherweise wurde ich mit einer sehr, sehr, seeeehr großzügigen Erstausstattung zu Beginn meiner Nähliebe versorgt, aber das hindert ja das kleine Teufelchen auf der Schulter nicht daran, dir ins Ohr zu flüstern, was du nicht noch so alles gebrauchen könntest, weil du möchtest ja unbedingt noch dies und jenes nähen, ach und das hier wäre doch mal ein ganz tolles Projekt!!!!

So, genug der Erzählkunst betrieben. Es wird an der Zeit, Euch meine Erstlingswerke vorzustellen +trommelwirbeltammtammundgetöse+ Vorhang auf bitte!

Das Erste, was ich mit meiner Bernie genäht hab, war unsere Kissenbezüge von 80 x 80 cm auf 60 x 40 cm zu kürzen. Das gab viele Stoffreste und aus denen kreierte ich diese Patchwork-Kissenbezüge …

Nähliebe_Kissen_1

Foto: Patchwork-Kissen / (c) Der grüne Mami Blog

Nähliebe_Kissen_2

Foto: Patchwork-Kissen / (c) Der grüne Mami Blog

Wie man auf den Bildern gut erkennen kann, hab ich einfach drauf los genäht, ohne groß drüber nachzudenken. Jedoch hab ich mit jedem weiteren Werk dazu gelernt. Durch die vielen freien Schnittmuster im Internet, habe ich danach weitere Kissenbezüge angefertigt, wie die hier z. B.

Nähliebe_Kissen_3

Foto: Herz-Kissen / (c) Der grüne Mami Blog

Bei der Stoffwahl habe ich nur darauf geschaut, dass es anschmiegsam ist und damit fiel meine Wahl auf Jersey. Danach wollte ich noch weitere Werke ausprobieren und machte ein paar Leseknochen und ein Herzlesekissen nach..

Bei dem Herzlesekissen hatte ich zweierlei Stoffarten kombiniert: einmal Baumwolle und einmal ein Reststoff einer alten Pyjamahose +lach+

Das Nähfieber hatte mich vollends gepackt und so versuchte ich mich in Eigenregie an einer Panty. Dazu nahm ich ein ausrangiertes Modell, dass ich eh weg geben wollte und die Unterhose auseinander. Anhand des Schnitts zauberte ich dann diese Panty. Das war auch der Zeitpunkt, als ich die Seite von Ina von Pattydoo fand. Ich verschlang regelrecht ihre Blogeinträge und versuchte mich an ihren freien Schnittmustern. Auch ihre Nähvideos finde ich leicht verständlich erklärt, so dass ich mich schon bald an größere, aufwendigere Projekte wagte, aber dazu ein anderes Mal mehr 😉

Nähliebe_erste Panty

Foto: Panty / (c) Der grüne Mami Blog

Nähliebe_erster Rock

Foto: Kinderrock / (c) Der grüne Mami Blog

Ich weiß nicht mehr, wo ich im Netz das Schnittmuster (= SM) zu oben gezeigtem Kinderrock gefunden hatte +SorryandieserStelle!+ aber für die Größen meiner Mädchen hatte das SM eh nicht gepasst. Ich habe es quasi für unsere Bedürfnisse passend gemacht. Das war auch das erste Mal, dass ich einen Gummibund angenäht hatte. Ich musste einen Rock noch einmal auftrennen und neu annähen, weil mir das Gummibund ein paar Mal ausgekommen war. Was war das doch für eine Friemelei!

Nachdem meine Mädchen eine Leggings nach der anderen aufgearbeitet hatten, war es für mich an der Zeit, den nächsten Nähstepp zu gehen. Nach einigem herum probieren, bin ich mit dem Freebie von nEmadA mehr als zufrieden und meine Kinder glücklich mit ihren neuen Leggings 🙂

Nähliebe_erste Beanies f.Kinder

Foto: Kinderbeanie mit Bündchen / (c) Der grüne Mami Blog

 

Darauf kam der Wunsch auf, ich möge doch bitte noch passende Mützen zu den Leggings nähen. Und so kam es, dass ich durch das kostenlose SM von Mamahoch2 das erste Mal mit Bündchen in Berührung kam. Sind doch hübsch geworden, oder? Und da das geniale Schnittmuster nicht nur was für kleine Heranwachsende ist, habe ich mir auch eine gemacht, jedoch ohne Bündchen …

Von der Seite von Suse von Mamas Sachen habe ich auch eine passende Halssocke genäht, die auf dem zweiten Bild zu sehen ist.

Tja, einmal infiziert, hört das Nähen nicht mehr auf. Ich versuchte mich an kleine Tascherl. Dazu habe ich mich am freien SM von Zinullacraft von Andrea angelehnt.

Heraus gekommen sind diese kleinen praktischen Helferlein. Aber dann hab ich mich noch mal ins Zeug gelegt und tatsächlich schaffte ich es, eine Mini Tampontasche zu nähen.

Die kam so gut an, dass ich sie direkt weiter verschenkt habe und weitere Aufträge stehen schon in Warteschleife +ggg+ Natürlich nur zum Verschenken 😉

Das Nadelmäuschen nach der Anleitung von Ina von Pattydoo habe ich gestern nachgenäht …

Naja, hübsch ist anders 😉 Ich werde mir sicher noch ein verbessertes Exemplar zulegen, zumal die Nadeln nach unten durchgehen und ich mir eine unfreiwillige Akupunktur verpasst habe +grmpf+

Das war ein Auszug meiner Nähliebe. Beim nächsten Mal gibt es noch mehr zu lesen und zu sehen 🙂

 

Seid lieb gegrüßt und lasst es Euch gut gehen!

Eure Paula

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