Ganz grüne Wolle – Teil 2: Tolle Onlineshops

Im ersten Teil aus meiner Reihe „ganz grünen Wolle“ habe ich Euch erzählt, welche Garne es aus Naturfasern es gibt.

Heute möchte ich Euch tolle und einzigartige Onlineshops vorstellen, wo ihr eure ganz grünen Garne auch beziehen könnt.

 

Bio-Baumwolle

Die Inhaberin schreibt: „(…) So entstand auch unsere „grüne Ecke“, welche unterschiedliche nachhaltig produzierte Garne beheimatet, seien sie aus Fairem Handel, GOTS- oder Öko-Tex zertifiziert, mit Pflanzenpigmenten gefärbt oder regional in Deutschland hergestellt.“

Auf ihrer Blogseite erklärt sie, was es mit dem „Vegan Yarn“ aus ihrem Sortiment auf sich hat.

Die Betreiberin schreibt: „Die Baumwolle ist mein Lieblingsgarn und ihr gilt mein besonderes Interesse. (…) Die Produktion der Baumwolle ist jedoch problematisch. Die Kenntnisse über die katastrophalen Bedingungen beim Anbau, bei der Ernte und bei der weiteren Verarbeitung brachten mich dazu, auf Baumwolltextilien aus konventioneller Herstellung konsequent zu verzichten. (…) Ich war fest entschlossen, mich mit diesem Ziel für die Natur und die Schöpfung einzusetzen und begann daran zu arbeiten.“

Schaut Euch den Onlineshop an. So unscheinbar er auch sein mag, so gefallen mir die Produktbeschreibungen und die Fotos umso mehr.

Über den Shop habe ich Euch bereits im ersten Teil aus meiner Reihe „ganz grünen Wolle“ erzählt, vielleicht erinnert ihr Euch? Neben der tierqualfreien Wolle bietet die liebe Petra Zimmer auch Garne aus Baumwolle mit dem lustigen Namen „Cotton Eye Joe“ an. Außerdem ist ihr Kundenservice einfach nur grandios.

 

Leinen

Dieser Onlineshop hat sich ganz dem Flachs und Leinen verschrieben. Neben den unterschiedlichsten Produktkategorien, die sich aus Flachs und Leinen herstellen lassen, haben sie auch Leinengarn zum Stricken oder Häkeln im Angebot.

Die Besitzer des Shops sagen über das Garn: „Es sind alles in Deutschland bzw. den Nachbarländern hergestellte Zwirne, der Flachs wurde in Norddeutschland bzw. Westeuropa kontrolliert biologisch angebaut (kbA).

NEU: Wir haben jetzt weitere neue, sehr schöne naturbelassene Handstrickgarne aus Bio-Leinen in verschiedenen Garnstärken. Sie wurden alle gemäß GOTS in Ungarn gesponnen und anschließend verzwirnt.“

 

Bambus

Unabhängig von größeren Unternehmen an reines Bambusgarn zu kommen, ist gar nicht so einfach. Ich habe auf Etsy „Bambusgarn“ eingegeben und da kam eine Reihe von kleineren Shops. Schaut Euch genau um, denn nicht alle angebotenen Garne sind 100 Prozent aus Bambus.

Was ist Etsy?

„Etsy ist ein Marktplatz, auf dem Menschen aus der ganzen Welt sowohl online als auch offline zusammenkommen, um einzigartige Produkte herzustellen, zu verkaufen und zu kaufen.“ Weitere Infos findet ihr hier.

 

Garne für Veganer„. Mit diesem Motto bietet Pascuali eine Vielzahl von Naturfasergarnen an. Das Unternehmen schreibt: „Angefangen hat alles im Jahr 2008 mit der Merinowolle. Seitdem hat sich vieles getan und mittlerweile haben wir uns auf wertvolle Luxusfasern spezialisiert. Neuentwickelte, innovative, wie auch vegane Fasern – beispielsweise aus Milchprotein, Bambus, Mais, Kork und Meeresalge – gehören heute ebenso zu unserem Portfolio wie die seltensten Naturfasern der Welt.“ (…) Neben höchster Qualität liegen der Firma Pascuali die artgerechte Haltung der Tiere sowie fair gehandelte und ökologisch produzierte Produkte am Herzen.“

Als Begründung, warum ihre Wolle nicht GOTS zertifiziert sind, erklärt die Firma: „Da wir in erster Linie kleine Bauern und Farmen unterstützen, sind nicht alle unsere Produkte zertifiziert. Denn diese können sich in der Regel den Erwerb von Zertifizierungen wie beispielsweise GOTS nicht leisten. Um sie nicht in finanzielle Bedrängnis zu bringen, beharren wir nicht auf Zertifikaten, sondern reisen stattdessen, wann immer es geht, lieber selbst vor Ort und prüfen die Zustände.“

 

Hanf

Warum Hanfgarn gerade in Übersee so einen reißenden Markt zu haben scheint und nicht in Europa, verstehe ich nicht ganz. Ich habe jedenfalls in den Nachbarländern nichts gefunden! Das gibt es doch nicht, oder?

In Übersee dagegen habe ich nette Shops entdeckt. In den USA gibt es das Geschäft „Lana Knits Hemp“, dass auf den ersten und zweiten Blick sehr ansprechend wirkt. Sie versenden ihre Garne auch weltweit.

Das „Eco Yarns“ hat seinen Sitz leider am anderen Ende des Globus, nämlich in Australien. Nichts desto trotz lohnt sich ein Blick in ihren Shop, finde ich. Ob sich es den weiten Transportweg wert ist?

 

Lenpur

  • Rowan mit Sitz in Holmfilth (Nähe Manchester) in Großbritannien.

Bisher habe ich nur diese Firma gefunden, die Garne aus Lenpur mit einem Anteil Leinen herstellen. Ihre Garne „Lenpur Linen“ können in diversen Onlineshops und Geschäften bezogen werden, zum Beispiel im Shop vom Wollkontor Erlangen.

Auf ihre „Wir über uns“-Seite, könnt ihr Euch mehr über das Wollkontor in Erlangen informieren. Sie führen unter anderem die Marken „Atelier Zitron Wolle“oder „ggh“.

 

Sojaseide

Ich habe Tage mit Recherche verbracht und bin nicht fündig geworden. Sollte einem von Euch ein Geschäft oder Onlineshop bekannt sein, der Sojaseide als Strick-/Häkelwolle im Angebot hat, bitte melden!

 

SeaCell

Der Familienbetrieb schreibt über sich: „Hinter dem Label verbirgt sich ein Zwillingspaar – aufgewachsen im beschaulichen Soest –  studiert in Bielefeld, und nun leben beide im berauschenden Berlin. Inspiriert vom skandinavischen Spirit, die Liebe zur Heimat, inhaliert und verbunden mit der Natur – entwickeln die beiden Schwestern Produkte aus pflanzlichen Fasern. (…) Fasern aus Algen, Bambus, Soja und Holz sind ihre Quellen, aus denen sie die einzigartigen Produkte schaffen. Die Rohfasern werden sorgfältig mit einem Spinnrad von Anne und Hilka selbst gesponnen. So erhält jedes Produkt eine besondere Note an Originalität und Einzigartigkeit.“

Ihr könnt das SeaCell Garn bei den Schwestern direkt im Onlineshop beziehen oder schaut in ihrem Shop auf Dawanda vorbei.

 

 

Fundstück – Smooth Panda

Durch Zufall bin ich auf die Homepage von „Smooth Panda“ gestoßen.

Die Firma schreibt: „Wir machen seidig-sanftes & umweltfreundliches Bambus-Toilettenpapier. Für alle, die Bock auf weiches Klopapier haben und sowohl unserer Natur als auch der Tierwelt etwas Gutes tun möchten. Der Bambus für unser Popapier stammt zu 100% aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern und ist FSC® 106855 zertifiziert. Und weil uns das noch nicht reicht, ist Smooth Panda plastikfrei in ressourcenschonendem Recyclingkarton verpackt, nicht gebleicht und das alles gibt es zu einem richtig fairen Preis. Klopapier ohne Plastikverpackung macht einfach Sinn, oder?“

Ich find das MEGA stark! Auf FUNKENZEIT gibt es ein Interview über die beiden Gründer von Smooth Panda und auf ihrer Facebook-Fanpage könnt ihr über das Jungunternehmen auf dem Laufenden bleiben.

Die „Jungs“ sind echte Vorreiter im Punkto Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Um eines vorweg zu nehmen: Ja, das Bambus wächst in China und ja, es gibt lange Transportwege. Lest auf ihrer Homepage selbst, wie sich das mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz vereinbaren lässt. (ES GEHT!)

Ganz grüne Wolle – Teil 1: Welche Garne aus Naturfasern gibt es

Den vegan oder bewusst(er) lebenden Leuten unter Euch ist sie bereits bekannt: die ganz grüne Wolle. Sie besteht aus Naturfasern und ist damit völlig tier(leid)frei.

Im ersten Teil meiner „ganz grünen Wolle“ Reihe, will ich Euch die reinen Naturfasern vorstellen und von jedem etwas dazu erzählen. Natürlich sind sie alle zum Stricken geeignet, sonst wäre mein Artikel sinnfrei 😉

Im zweiten Teil stelle ich Euch dann die entsprechenden Onlineshops vor, wo es die Naturfasern auch zu kaufen gibt.

So, dann hier erst mal zu: Welche Garne aus Naturfasern gibt es?

 

  • Baumwolle

Jeder kennt und liebt sie: die gute alte Baumwolle.

Die Baumwolle zählt zu den Malvengewächsen und wird unter anderem in der Türkei, Indien, Pakistan, Peru, USA, Ägypten und seit zirka zehn Jahren auch in Syrien angebaut.

Bis auf wenige Sorten in Indien, sind die meisten Pflanzen nur einjährig. Folglich muss die Baumwolle Jahr für Jahr neu angebaut werden. Die sonnenhungrige Pflanze benötigt zirka 200 frostfreie Tage, bis die Früchte reif sind. Für ein ordentliches Wachstum braucht sie ferner über 500 mm Niederschlag pro Jahr.

Bio-Baumwolle mit dem GOTS-Siegel unterstützt die hohen sozialen Standards für Arbeiter in Entwicklungsländern. Also keine Kinderarbeit, Schutz bei der Gewinnung und dem Färbeverfahren etc. Zudem wird geholfen, unsere Umwelt zu schonen, in dem vermieden wird, dass zum Beispiel Gifte in die Gewässer gelangen.

 

  • Leinen

Leinen wird aus den Bastfasern des Echten Leinen oder Flachs hergestellt. Flachs ist eine nachhaltige Pflanze die sich für den ökologischen Anbau eignet. Sie gedeiht am besten, wenn sie in Fruchtfolge mit anderen Pflanzen angebaut wird.

Flachs ist umweltfreundlich, benötigt nur wenig Bewässerung, lässt sich unter geringem Energieaufwand bearbeiten und ist biologisch abbaubar. Er kommt meist ohne chemischen Dünger und Pflanzenschutzmittel aus und falls man doch auf diese Mittel zurückgreifen muss, reicht etwa ein Fünftel der für Baumwolle benötigten Menge.

Leinen ist außerdem bis zu zwölf Mal reißfester als Baumwolle, sodass sich Leinenprodukte bedeutend länger nutzen lassen und nicht so oft ersetzt werden müssen. Je öfter der Stoff getragen wird, desto weicher und stärker wird er.

 

  • Hanf

Die Fasern dieser Pflanze werden, ähnlich wie bei Leinen, aus den Bastfasern der Cannabis gewonnen. Durch den dichten, hohen Wuchs wird Unkraut unterdrückt, weswegen Hanf ohne Herbizide angebaut werden kann. Pflanzenschutzmaßnahmen gegen Insekten oder Pilzkrankheiten sind ebenfalls nicht erforderlich. Hanf ist unempfindlich, auch weil er mit anderen Kulturpflanzen (außer Hopfen) nicht verwandt ist.

Eine schöne Eigenschaft ist die mikroelektrische Spannung, die exakt dem Spannungsklima unserer Haut entspricht. Somit sind Hanffasern das genaue Gegenteil von Kunstfasern. Sie wirken leicht und entspannend. Die Bastfasern können bis zu 30 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen, ohne selbst chemisch zu reagieren oder auf der Haut zu kleben. Durch die Lufteinschlüsse hat die Hanffaser – ähnlich wie Seide – die Eigenschaft im Sommer kühl und im Winter warm zu sein.

 

  • Mais

Die weiche Maisfaser wird aus der bekannten Pflanzen Mais hergestellt. Der Mais wird einem einfachen Verarbeitungsverfahren unterzogen, bei welchem der entstandenen Pflanzenzucker in ein neues Material mit dem Namen PLA umgewandelt wird. Dieses Material wird wiederum traditionell zur flauschigen Maisfaser Ingeo versponnen. Das ist der Polyamid-Herstellung ähnlich, nur dass der Grundstoff eben Mais ist, also eine nachwachsende, leicht abbaubare Pflanzenfaser.

Maisfasern sind sehr fein und weich. Sie sind bestens hautverträglich und können bis 30°C in der Waschmaschine gewaschen werden. Das Garn ist luftdurchlässig und leitet die Feuchtigkeit vom Körper weg. Wegen ihrer hohen Elastizität und Langlebigkeit wird das Garn besonders bei Kindern empfohlen.

 

  • Bambus

Es gilt als schnell nachwachsender Rohstoff und als Alternative zu herkömmlichen Viskose-Grundstoffen, wie z. B. Buche, Birke oder Fichte. Die Gewinnung aus den langfaserigen Zellulose-Strängen der Stängel ist ähnlich energieaufwändig wie bei herkömmlicher Viskose. Dennoch ist Bambus, das speziell aus China kommt, oft preiswerter als Baumwolle oder Leinen.

Im unbehandelten Zustand verfügt Bambus gegenüber Baumwolle deutliche Vorteile. Bambus hat gute antibakterielle Eigenschaften. Es neutralisiert Gerüche und kann Feuchtigkeit sehr gut absorbieren. Im Viskose-Nass-Spinnverfahren gehen diese jedoch zu einem Großteil verloren.

Kritiker behaupten, dass die Bambusfasern nach der Umwandlung in Viskose nicht das Geringste mehr mit Bambus zu tun haben. Denn wenn man ein Gewebe aus Viskose kauft, ist unmöglich noch zu erkennen, aus welchen Zellulosefasern die Viskose gewonnen wurde.

 

  • Lenpur

Unter ökologischen Gesichtspunkten ist die Gewinnung von Lenpur noch interessanter als bei Bambus. Die großen Nadelbäume müssen noch nicht einmal gefällt werden, um ihren Zellstoff zu gewinnen. In einem patentierten Verfahren werden die Bäume so entästet, dass sie stehen bleiben und weiter ausschlagen können. Es kommt zu keiner Rodung der Wälder.

Lenpur-Fasern werden von den Spinnereien pur oder in Mischungen mit Baumwolle, Seide und Wolle angeboten. Das Produktionsverfahren ist sehr zeitaufwändig und daher kostenintensiv. Die Faser verfügt über eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme und einen hohen Feuchtigkeitstransport und nimmt Gerüche schwer auf. Lenpur fühlt sich weich an.

 

  • Sojaseide

Die Sojafasern sind ein Nebenprodukt in der Herstellung von Tofu. Das Protein der Soja-Bohne wird durch ein spezielles Verfahren veredelt und nutzbar gemacht. Die Sojaproteinfasern geben ihre feuchtigkeitsspendenden Aminosäuren über die Kleidung auf die Haut ab.

Das Garn hat meistens eine leichte Bändchenoptik, ist fließend und sehr ergiebig. Es ist weich wie Kaschmir, doch viel pflegeleichter. Auch der Sojaseide wird die Eigenschaft nachgesagt, im Sommer eine kühlende Wirkung und im Winter ein angenehmes Tragegefühl auf der Haut zu hinterlassen. Sogar ein natürlicher UV-Schutz soll das Garn haben.

 

  • SeaCell

Das ist eine moderne Zellulose-Faser, die aus Meeresalgen gewonnen wird, ganz ohne den Einsatz von Chemikalien. Diese wachsen in den kalten Fjorden Islands und sind nicht nur voller Mineralien, sondern auch reich an Vitalstoffen. Der Grund dafür ist vor allem das reine und geothermale Meerwasser, in dem die Algen wachsen. Durch die Vitalstoffe, Mineralien und die fehlenden Radikale ist das Garn aus Algen quasi eine textile Anti-Aging-Pflege. Im Winter hält SeaCell angenehm warm, während es im Sommer einen kühlenden Effekt hat.

Grüne(re) Wolle

Letzten Winter habe ich mit dem Stricken und Häkeln begonnen. Seither bin ich ein großer Fan von Handarbeit und selbstgemachten Dingen. Bald möchte ich mir wieder neues Garn besorgen, jedoch lege ich jetzt Wert auf eine artgerechte Haltung und tierleidfreier Wollgewinnung. Dabei soll auch der Mensch mit entsprechenden sozialen Standards genauso im Mittelpunkt stehen, wie auch der schonende Umgang mit unserer Umwelt.

Denn wer sich wie ich ein wenig mit den Hintergründen konventionell hergestellter Wolle und den damit verbundenen Schicksalen von Millionen Schafen beschäftigt hat, wird es garantiert wie mir die Nackenhaare aufstellen. Ich möchte Euch nähere Details in meinem Artikel ersparen.

Ich hab viele verschiedene Quellen und Informationen im Netz gefunden, jedoch ist keine Internetpräsenz mit Hintergrundinformationen aus der Modeindustrie so radikal und direkt wie die von der Organisation Peta. Die Meinungen über ihre Vorgehensweise gehen hier stark auseinander. Während Kritiker sie als extrem bezeichnen, um schnell an viele Spendengelder zu gelangen, empfinden Befürworter die Kampagnen und Videos als Augen öffnend.

Macht Euch selbst ein Bild.

Habt ihr gute Nerven und einen unempfindlichen Magen, schaut Euch die Seite von Peta an. Für sensiblere Gemüter wie mich, kann ich die Homepage von Rosy Green Wool empfehlen (Link dazu siehe weiter unten!). Sie ist informativ, aufklärend und kommt ganz ohne Schocker-Videos oder gruselige Bilder aus. Die Informationen, die es darüber zu lesen gibt, sind schon erschreckend genug, finde ich.

Das wirft in meinen Augen ein ganz neues Licht auf die Wolle, die es überall zu kaufen gibt, und dass mir als großer Woll-Fan! Ich habe mir deshalb Gedanken gemacht. Gibt es nicht auch eine grüne(re) Wolle? Ja, die gibt es!

So wie es in der Textilindustrie die Fairtrade Standards gibt, wurde auch das GOTS-Siegel entwickelt. GOTS bedeutet „Global Organic Textile Standard“. Das Siegel ist das anspruchsvollste internationale Bio-Zertifikat in diesem Bereich. Es schließt soziale Standards mit ein und unterliegt strengen und regelmäßigen Kontrollen. Das bedeutet, dass auch hier Mensch, Tier und Umwelt eine gleichermaßen wichtige Rolle spielen.

Wo können GOTS-Wolle erworben werden? Ich habe mich mal im Netz umgesehen und bin bisher auf folgende Online-Shops in Deutschland gestoßen.

Die Inhaberin spinnt die Wolle noch selbst mit der Hand. Charlene oder Regenbogenwolle sagt: „Große Teile meiner Wolle beziehe ich auch von regionalen Schäfern. Ich achte darauf, dass meine Bezugsquellen Schafwolle aus tiergerechter Haltung anbieten, die frei von Mulesing ist.“

Der Familienbetrieb garantiert, dass „sämtliche Garne aus selbstverständlicher tierqualfreier Produktion stammen.“

Betrieben wird der Onlineshop von zwei Schwestern. Sie sagen: „Alle unsere Garne beziehen wir aus einer Spinnerei in Grossbritannien. Die Merinowolle stammt aus Süd Afrika und Peru und die Bluefaced Leicster Wolle kommt direkt aus England. Uns ist es wichtig, dass die Wolle aus einer guten Tierhaltung stammt und das können wir euch auch garantieren (…) Bei der Auswahl unserer Wolllieferanten legen wir großen Wert auf eine artgerechte Tierhaltung und kaufen kein Material von Tieren die dem Mulesing ausgesetzt waren.“

Ein kleines Familienunternehmen mit großen Zielen und schöner Wolle. Hier nur ein Auszug ihrer Philosophie: „Wir haben Rosy Green Wool gegründet, weil wir es wichtig finden, dass den Tieren, die uns ihre wunderbare Wolle geben, die angemessene Wertschätzung entgegengebracht und ein artgerechtes, gutes Leben ermöglicht wird (…) Mulesing-freie Wolle zu verwenden ist dabei ein ganz wesentlicher Schritt. Aber das alleine reicht uns noch nicht. Wir haben uns deshalb für die Zertifizierung unserer gesamten Produktionskette durch den Global Organic Textile Standard (GOTS) entschieden.“

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Ich höre schon die Ersten, die nach einem Blick auf die Preise einen resignierten Seufzer los lassen. Ja, die Wolle kostet in etwa das Doppelte wie das konventionell hergestellte Garn.

Dennoch bin ich davon überzeugt, dass uns das in unserem heutigen Konsumwahn einbremst. Manche von uns werden sich aus der Maße erheben und Inne halten. Sie werden aufhorchen und wie ich anfangen, die Dinge zu hinterfragen: „Wo kommt die Wolle im Laden ums Eck eigentlich her?“, „Brauch ich das jetzt wirklich?“ usw.

Irgendwer fängt immer an. Sei es einen Shop mit GOTS-Wolle zu eröffnen oder mit einem Unverpackt-Supermarkt unser Umfeld zu bereichern. Ich finde, dass uns tolle Projekte dazu zwingen, kritischer zu werden und das ist gut so!

 

Ich habe erst angefangen, die Liste zu erstellen.

Wer mich darin unterstützen möchte, darf mir gern in den unten stehenden Kommentaren Links zu weiteren tollen Shops oder gar Ladengeschäfte in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz da lassen. Ich nehme sie dann in meine Aufzählung mit auf!

Um dem Ganzen noch eins aufzusetzen: Es gibt auch eine ganz grüne Wolle, nämlich die aus Naturfasern und völlig tierfrei.

Dazu will ich aber einen eigenen Beitrag verfassen, genauso auch wie über die Unverpackt-Supermärkte.

Was ist das für ein Tierchen?

Hello ihr Lieben,

erst langer Urlaub, dann Kindergartenstart und jetzt Besuch. Momentan mache ich mich etwas rar … sorry, dafür! Gestern haben meine Schwiegermutter, ihre Schwester und ich beim Spaziergang zum Kindergarten etwas sehr Interessantes entdeckt. Schaut doch mal …

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Meine Kinder sagen, es wäre ein Schmetterling. Ich kann das Tier nicht zuordnen, aber ich war sehr fasziniert. Was meint ihr dazu? Habt ihr eine Idee?